In der Kunsthalle Tübingen präsentiert die Ausstellung Bewohnte Mythen eindrucksvoll, wie das Werk von Joseph Beuys zwischen Genie und Mythos pendelt – weshalb sie ein Muss für Kunstliebhaber ist. Mehr als hundert Werke – Zeichnungen über Skulpturen bis hin zu Video- und Aktionselementen – sind zu sehen.
Genie: der visionäre Denker über Kunst und Gesellschaft
Beuys sah Kunst nicht nur als ästhetisches Objekt, sondern als ein gesellschaftliches Konzept: Die Idee der „sozialen Plastik“ verdeutlicht, wie Kunst unmittelbar in Lebenswelten eingreift.
Dies wird in der Ausstellung konkretisiert – Materialien wie Filz, Fett oder Kupfer sind symbolische Träger von Transformation sowie Natur- und Energiegedanken.
Dank dieses wegweisenden Ansatzes erscheint der Künstler wie ein Genie, dessen Gedanken Jahre im Voraus nachwirken.
Mythos: Symbolik, Legende, Schöpfung und Einfluss
Mythische Elemente durchdringen Joseph Beuys und sein Werk: Volks- und Heilrituale, ein Naturdenken, die Gestalt des „Künstler-Schamanen“.
Diese Aspekte werden in der Ausstellung bewusst aufgegriffen; sie zeigt, wie Beuys sich sowohl der Kunst nach dem Krieg als auch den vormodernen Traditionen näherte – und dabei sein eigenes „Mythos-System“ schuf.
Das Umfeld wird ebenfalls betrachtet: Zeitgenössische Künstler wie Meret Oppenheim oder Hermann Nitsch ergänzen die Perspektive auf Beuys’ Wirkung und Verflechtungen.
Warum die Ausstellung ein Muss ist
Zeitlicher Rahmen: Vom 8. November 2025 bis zum 8. März 2026 – Sie haben also noch die Möglichkeit, vorbeizuschauen.
Ort & historische Verbundenheit: Die Kunsthalle Tübingen hat eine enge Beziehung zu Beuys — Werke sind bereits in der Sammlung, und es fanden mehrere Ausstellungen hier in der Stadt statt.
kunsthalle-tuebingen.de
Tiefe & Kontextualisierung: Mehr als eine Retrospektive; ein interdisziplinärer Ansatz – auch Themen wie Ökologie, Tier- und Pflanzenwelt sowie Gemeinschaft werden einbezogen.
Interaktive Programme: Führungen, Workshops und ein umfangreiches Rahmenprogramm bieten die Möglichkeit, sich aktiv mit Beuys’ Ideen zu beschäftigen.
